Einträge von Sven Skana

Verlegung von Ladekabel für E-Fahrzeug in Einfahrt: Kein Rechtsanspruch auf Sondernutzungserlaubnis

Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main musste sich im Februar 2022 mit der Sondernutzungserlaubnis hinsichtlich Ladekabeln von E-Autos beschäftigen. Ein Mann wollte sein E-Auto in seiner Einfahrt laden und hat demnach für die Kabelbrücken einen Sondernutzungserlaubnisantrag bei seiner Stadt gestellt. Das Verwaltungsgericht hat diese Sondernutzung letztendlich abgewiesen und explizit darauf hingewiesen, dass ein solcher Pauschalanspruch nicht […]

Trotz zugegebenen Verkehrsverstoßes – Auflage der Führung eines Fahrtenbuches

Das Verwaltungsgericht Mainz hat im März 2022 bestätigt, dass es rechtmäßig ist, eine Fahrtenbuchauflage einem Verkehrssünder aufzuerlegen, auch wenn dieser den Verkehrsverstoß zugegeben hat. Üblicherweise wird eine solche Auflage nur dann ausgesprochen, wenn eine Feststellung des Fahrzeugführers zum Zeitpunkt eines Verkehrsgeschehens nicht möglich ist. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger hat die Höchstgeschwindigkeit […]

Strenge Sorgfaltsmaßstäbe beim Ein – und Aussteigen – Auch im verkehrsberuhigten Bereich bestätigt

Das Landgericht Saarbrücken hat im Februar 2022 erneut eine Konkretisierung der Sorgfaltsmaßstäbe hinsichtlich des Ein – und Aussteigens bei Kraftfahrzeugen vorgenommen. In diesem Fall mussten die Richter die Konstellation eines verkehrsberuhigten Bereiches in ihre Entscheidung mit einbeziehen. Sie sind zur Entscheidung gekommen, dass vor allem in einem verkehrsberuhigten Bereich strenge Sorgfaltsmaßstäbe gelten müssen und es […]

Rotlichtverstoß – verkehrsbedingten Haltens in der Rotphase + danach Weiterfahrt = Verstoß

Das Kammergericht Berlin hat sich im Januar 2021 zu weiteren Kriterien des Rotlichtverstoßes geäußert. Demnach ist ein solcher auch dann gegeben, wenn die Weiterfahrt vor der Lichtanzeige aufgrund eines verkehrsbedingten Haltens unterbrochen wird, jedoch erst beim Umschalten in die Rotlichtphase die Haltelinie überquert wird. Der Beschluss beruht auf folgendem Sachverhalt: Im September 2021 wurde der […]

Klage gegen Jérôme Boateng aufgrund Auffahrunfalls überwiegend gescheitert

Die Klage gegen den Fußballprofi Jérôme Boateng, welche bis vor kurzem am Landgericht München anhängig war, ist überwiegend erfolglos geblieben. Der Kläger forderte eine Zahlung von 50.000 EUR, welche sich aus den Reparaturen, einem Verdienstausfall, Schmerzensgeld und den Anwaltskosten zusammensetze. Die Richter sprachen ihm lediglich 4.500 EUR für die Instandsetzung seines Wagens sowie die Erstattung […]

Ein vorsätzlicher Geschwindigkeitsverstoß setzt nicht die exakte Kenntnis der km/h voraus

Das Oberlandesgericht Hamm hat in einem Beschluss aus dem Februar 2022 festgelegt, dass ein vorsätzlicher Geschwindigkeitsverstoß nicht die vollumfänglich detaillierte Kenntnis des Ausmaßes der Überschreitung voraussetzt. Das Wissen, schneller als erlaubt zu fahren, reicht aus, um einen Vorsatz zu begründen. Dieser Umstand geht meist mit einer Verdoppelung des Bußgeldes einher. Für einen absichtlichen Geschwindigkeitsverstoß ist […]

Der umstrittene Straftatbestand des „Verbotenen Kraftfahrzeugrennens“ mit Grundgesetz vereinbar

Das Bundesverfassungsgericht hat sich nun endlich mit dem stark umstrittenen § 315 d Abs. 1 Nr. 3 StGB auseinandergesetzt und somit vielen landgerichtlichen sowie oberlandesgerichtlichen Entscheidungen den Rücken gestärkt. Die Richter aus Karlsruhe entschieden, dass die Konstellation des sogenannten „Alleinrennens“ im Straßenverkehr strafbar bleibt. In der Vergangenheit sind zahlreiche Entscheidungen der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Verruf […]

BGH: „Kronzeugenregelung“ kann Betäubungsmittelverfahren weitgehend beeinflussen

Der Bundesgerichtshof hat sich Anfang des Jahres 2022 erneut mit dem verminderten Schuldausspruch bei Betäubungsmittelstraftaten auseinandergesetzt und wiederholt klar gemacht, dass solch ein „minder schwerer Fall“ aufgrund des Eintrittes einer „Kronzeugenregelung“ sich auch drastisch auf den Strafrahmenausspruch niederschlagen muss. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beklagte wurde vor dem Landgericht wegen des unerlaubten Handels […]

Betreten eines Haftraumes während der Gefangene auf Toilette ist – Nur bei Gefahr in Vollzug!

Das Landgericht Regensburg musste sich mit der Reichweite der Befugnisse von Vollzugsbeamten in einer Justizvollzugsanstalt auseinandersetzen. Demnach hat ein Häftling geklagt, weil dieser von denen im Dienst befindlichen Vollzugsbeamten gestört wurde, während er sich in seinem Haftraum auf Toilette befand. Die Richter entschieden, dass es einem Gefangenen gestattet werden muss, seinen Toilettengang zu verrichten, ohne […]

Angaben zur Fahrt seitens des Betroffenen – Begründung eines bedingten Vorsatzes möglich

Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat im Februar 2022 eine wichtige verkehrsrechtliche Entscheidung veröffentlicht. Die Richter entschieden, dass durch die Angaben und Informationen des Kraftfahrzeugführers bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung ein bedingter Vorsatz entstehen kann, wenn der Grund der Fahrt es zulässt. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Im Februar 2021 wurde ein Autofahrer auf der Bundesstraße durch eine […]