Einträge von Sven Skana

Verkehrsunfall: Prüfungsdauer eines KFZ-Haftpflichtversicherers von cirka 6 Wochen?

Das Oberlandesgericht in Dresden hat sich im Oktober 2020 für einen Grundsatzbeschluss hinsichtlich der Dauer der Prüfungsfrist von KFZ-Haftpflichtversicherern entschieden. Hier haben die Richter einige Grundleitlinien entwickelt, welche demnach den Eintritt des Verzuges konkretisieren sollen. Dem Urteil liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Klägerin hat ursprünglich von den Beklagten Schadensersatz wegen eines Verkehrsunfalles verlangt, welcher sich […]

Recht des Bürgers auf Akteneinsicht und Rohmessdaten bei Bußgeldbescheid /Geschwindigkeitsmessung

Das Bundesverfassungsgericht hat im November 2021 einen langwierigen Streitpunkt der Verkehrsrechtsdogmatik bezüglich der Akteneinsicht von sogenannten „Rohmessdaten“ aus „standardisierten Messverfahren“ entschieden. Demnach hat ein Bürger das Recht, dass ihm eine erweiterte Einsicht in die Akte seines Bußgeldverfahrens gegeben wird, vor allem hinsichtlich Informationen über das Messprotokoll, das genaue Messergebnis in Form der Rohdaten, dem Eichschein, […]

Gewerbsmäßiges Dealen ‚Mary Jane‘: erhebliche Drogendelikte können zur Bewährung ausgesetzt werden

Das Amtsgericht München hat in einer aktuellen Entscheidung aus dem Dezember 2020 erneut klargemacht, dass das Strafmaß nicht pauschal nach der im Gesetz geforderten Sanktion gebildet werden darf, sondern bei jeder Entscheidung eine ausführliche Abwägung der vorhandenen Umstände durchgeführt werden muss. So kommt es auch zu starken Abweichungen gegenüber dem gesetzlichen Strafmaß. Diese seien jedoch […]

Unangepaßte Geschwindigkeit und Bußgeld: Feuchte Fahrbahn = „schlechte Wetterverhältnisse“?

Das Oberlandesgericht Zweibrücken hat in einem Beschluss aus dem November 2020 den Begriff der „schlechten Wetterverhältnisse“ gemäß Nr. 8.1 BKatV weiter ausgelegt. Dies ist ein Ordnungswidrigkeitstatbestand, welcher sanktioniert, falls der Fahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit bei schlechten Sicht – oder Wetterverhältnissen unterwegs ist. Ein Verstoß gegen diese Vorschrift führt zu einer Regelgeldbuße von 100 EUR. […]

Handy zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt – Bußgeld?

Das Oberlandesgericht Köln hat sich im Januar 2021 erneut mit der Auslegung des § 23 Abs. 1a StVO auseinandersetzen müssen, welcher das Benutzen von elektronischen Geräten hinter dem Steuer sanktioniert. Die Richter mussten entscheiden, ob ein Handyverstoß vorliegt, obwohl das Telefon nicht typischerweise in der Hand gehalten, sondern zwischen Ohr und Schulter eingeklemmt wurde. Das […]

Höchstgeschwindigkeit – Messung durch Nachfahren mithilfe eines Privat-PKWs verwertbar?

Das Bayerische Oberlandesgericht musste sich im Juni 2020 mit einer Ordnungswidrigkeit auseinandersetzen, welche sich mit einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit beschäftigt. Demnach wurde eine Messung durch ein nachfahrendes Privatfahrzeug eines Polizeibeamten mithilfe eines Navigationsgerätes getätigt. Das Gericht wurde im Revisionsverfahren angerufen, ob denn ein solcher Beweis überhaupt tauglich ist, um den Ordnungswidrigkeitstatbestand zu erfüllen. Die Richter […]

E-Scooter und Alkoholfahrt: aktuelle richterliche Entscheidungen

Nach langen Zweifeln über die Alkoholgrenzen der E-Scooter-Fahrten haben sich nun zwei weitere Gerichte zu dem Thema geäußert. Das Landgericht Osnabrück hat in seiner Entscheidung vom 16.10.2020 weitestgehend festgelegt, dass ein E-Scooter hinsichtlich von Rauschzuständen wie ein normales KFZ behandelt werden müsse. So soll auch hier der Grenzwert von 1,1 Promille gelten. Im zugrundeliegenden Fall […]

Mit roten Kennzeichen unterwegs Richtung Restaurant – Führen eines Fahrzeuges ohne Zulassung?

Das Kammergericht Berlin musste sich im September 2019 über die Reichweite des sogenannten „roten Kennzeichens“ äußern und dessen Anwendungsbereich weiter konkretisieren, welcher in § 16 FVZ geregelt ist. Die Richter entschieden, dass ein rotes Kurzzeitkennzeichen lediglich zur Probefahrt genutzt werden darf. Eine Unterbrechung dieser Probefahrt, beispielsweise, um in ein Restaurant einzukehren, ist nicht mehr vom […]

„Vogel zeigen“ – Tippen an Stirn: Beleidigungstatbestand des § 185?

Dieses Urteil ist ein Klassiker des Verkehrsstrafrechts und wurde vom Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, besitzt jedoch in der heutigen Gesellschaft immer noch Aktualität. In diesem Urteil stellten die Richter fest, dass das so oft im Straßenverkehr benutzte Zeichen des „Vogelzeigens“, nämlich das Tippen auf die eigene Stirn, um einem anderen Verkehrsteilnehmer einen offensichtlichen Fahrfehler anzuzeigen, eine […]

„Nur für Anlieger“? Abholen einer Person vom Einkauf gehört zum Anliegerverkehr

Ein weiterer Klassiker des Verkehrsrechts wurde erneut vom Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden. Im folgenden Fall mussten die Richter des OLG die Beschränkung von sogenannten „Anliegerstraßen“ konkretisieren, welche nur befahren werden dürfen, falls ein besonderes Anliegen seitens des Fahrzeugführers besteht. Das Gericht sprach sich dafür aus, dass auch das Abholen einer Person von einem Einkauf ein ausreichendes […]