Einträge von Sven Skana

Entziehung der Fahrerlaubnis nach Verkehrsunfallflucht – Relevanz der Verfahrensdauer und der Schadensbeträge

Ereignet sich ein Verkehrsunfall im Straßenverkehr, sind die daran Beteiligten dazu verpflichtet, am Unfallort zu verbleiben, bis Feststellungen zu ihrer Person, ihrem Fahrzeug und der Art ihrer Beteiligung getroffen worden sind. Unfallbeteiligter ist gemäß § 142 Abs. 5 StGB jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann. Entfernt sich ein […]

Führerscheinfreundliche Auswirkungen des neuen Cannabisgesetzes (CanG)

Seit dem 1. April 2024 gelten mit dem neuen Cannabisgesetz neue Regelungen bezüglich des privaten Eigenanbaus durch Erwachsene zum Eigenkonsum sowie des gemeinschaftlichen, nicht-gewerblichen Eigenanbaus von Cannabis in Anbauvereinigungen. Nach den neuen Bestimmungen können Erwachsene nun legal Cannabis konsumieren. Mit dieser Änderung der Gesetzeslage ergeben sich jedoch erhebliche rechtliche Zweifel an Maßnahmen durch Fahrerlaubnisbehörden – […]

Haftung bei Auffahrunfall mit Fahrschulauto

Fahrschulwagen stellen im Straßenverkehr eine besondere Herausforderung dar. Den teils noch sehr unerfahrenen Fahrschülern unterlaufen in den Fahrübungen unter Umständen Fehler, auf die sich die übrigen am Straßenverkehr teilnehmenden Kraftfahrzeugführer einstellen müssen. In diesem Kontext ist die Frage der Haftung bei einem Auffahrunfall interessant. Bei Auffahrunfällen kann der erste Anschein den Verdacht nahe legen, dass […]

Vorläufige Fahrerlaubnisentziehung 13 Monate nach Tattag laut LG Stuttgart unverhältnismäßig

Verursacht eine Person einen Verkehrsunfall und entfernt sich dann vom Unfallort, ohne seine Beteiligung, Personaldaten und die Daten seines Fahrzeugs feststellen zu lassen, macht er sich strafbar nach § 142 I Nr. 1 StGB und muss mit weiteren Konsequenzen rechnen. Unter anderem kann das zuständige Gericht durch Beschluss die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis nach § […]

Kostenerstattung nach Beauftragung von privaten Sachverständigengutachten

Wenn in einem Bußgeldverfahren Zweifel an der Ordnungsgemäßheit der Geschwindigkeitsmessung aufkommen, kann das zuständige Gericht einen Sachverständigen beauftragen. Dieser überprüft sodann die durchgeführte Messung im konkreten Fall und erstellt ein Gutachten, welches die Zweifel an der Messung vor Gericht untermauern kann. Den Beweisantrag dazu stellt der Betroffene oder sein Rechtsbeistand nach § 244 Abs. 3 […]

Rechtmäßigkeit einer Abschleppmaßnahme eines Verbrenner-PKWs von E-Auto-Parkplatz

Elektrofahrzeuge werden immer beliebtere Fortbewegungsmittel. Allein im Jahr 2023 wurden gut 524.200 Elektroautos in Deutschland neu zugelassen (Statista 2024). Die zum Aufladen der Fahrzeuge erforderlichen Ladezonen befinden sich oft auf ausgezeichneten Parkflächen, welche dann den Elektrofahrzeugen vorbehalten sind. Fahrzeuge mit Verbrenner-Motoren werden abgeschleppt und die Kosten dafür den jeweiligen Haltern und Fahrern mittels Kostenbescheid auferlegt. […]

Alkohol-Fahrt mit E-Scooter bedeutet nicht immer Fahrerlaubnisentziehung

Trunkenheitsfahrt bedeutet Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen Wird jemand wegen einer bei der Fahrt oder im Zusammenhang mit einem Kraftfahrzeug begangenen Tat verurteilt, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich der Verurteilte als zum Führen eines Kraftfahrzeugs ungeeignet erweist. So schreibt es § 69 StGB vor. Absatz 2 gibt eine Reihe an Vergehen […]

Geschwindigkeitsüberschreitung nicht durch „Dichtes Auffahren“ des Hintermanns zu rechtfertigen

In einer Bußgeldsache hat das Kammergericht Berlin am 02.08.2023 Stellung zu den Rechtfertigungsgründen des Betroffenen bezogen. Diese Entscheidung zeigt die Wichtigkeit einer rechtlich fehlerfreien Beweiswürdigung des Tatgerichts für das weitere Verfahren.   Sachverhaltsfeststellungen des AG Tiergarten Am Tattag hatte der Betroffene die Geschwindigkeit innerorts laut Bußgeldbescheid der Polizei Berlin um 38 km/h überschritten. Gegen ihn […]

Kein vorsätzlicher Verstoß bei Irrtum über streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung

Anlässlich der Prüfung einer Rechtsbeschwerde in einem Ordnungswidrigkeitenverfahren hat sich das Brandenburgische Oberlandesgericht mit der Frage beschäftigt, ob eine vorsätzliche Tatbegehung durch die Fehlvorstellung des Täters über das Ende einer streckenbezogenen Geschwindigkeitsbeschränkung angenommen werden kann. Der Betroffene war mit seinem Pkw auf einer Bundesautobahn gefahren und hatte trotz beidseitiger Beschilderung mit der Warnung „unebene Fahrbahn“ […]

Rechtsfolgen im Ordnungswidrigkeitenrecht: Doppelverwertungsverbot bei Geldbußen

Ein aktuelles Urteil des Kammergerichts Berlin (KG) vom 18. August 2023 – Aktenzeichen 3 ORbs 172/23 – 122 Ss 40/23 beschäftigt sich mit einem bemerkenswerten Fall im OWi-Verfahren, der das Prinzip des Doppelverwertungsverbots in den Mittelpunkt stellt. Der Fall, der vor dem Kammergericht verhandelt wurde, betraf eine Betroffene, die wegen Verstößen gegen das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) […]