Einträge von Sven Skana

Trunkenheit auf dem E-Scooter – Entzug der Fahrerlaubnis?

Das Amtsgericht München verurteilte eine 40-jährige Dame wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 55 €, einem dreimonatigen Fahrverbot und entzog ihr auch noch die Fahrerlaubnis. Die Verwaltungsbehörde wurde angewiesen, dem Angeklagten vor Ablauf von sieben Monaten keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen. Die Angeklagte, der vorher lediglich wegen unerlaubter […]

Blutalkoholwert von 1,1 Promille BAK stellt keinen zwingenden Vorsatz zur Trunkenheitsfahrt dar

Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofes musste sich im Frühjahr 2014 erneut mit der Konkretisierung der Trunkenheitsdelikte im Straßenverkehr beschäftigen. Die Richter stellten fest, dass die Grenzüberschreitung zur absoluten Fahruntüchtigkeit bei 1,1 Promille BAK noch keinen Schluss zur vorsätzlichen Tatbegehung zulässt, jedoch ein gewichtiges Indiz für das Vorliegen eines Vorsatzhandels darstellen kann. Der Entscheidung liegt folgender […]

Einmal-Kokainkonsum bei psychischer Ausnahmesituation: nur ausnahmsweise kein Fahrerlaubnisentzug

Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat im Juni 2020 darüber entschieden, dass bei dem einmaligen Konsum von „harten Drogen“ nur von einer Fahrerlaubnisentziehung abgesehen werden kann, wenn hierzu detaillierter Vortrag für eine Ausnahmesituation vom Führerscheininhaber erfolgt. Dies gelte z.B. für den Sonderfall, dass sich der Verkehrsteilnehmer zum Zeitpunkt des einmaligen Konsums in einer psychischen Ausnahmesituation befand. Dem […]

Führerscheinentzug & Kokainkonsum: Unbewusste Aufnahme von Benzoylecgonin ist genau darzulegen

Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat im Mai 2020 weitere Konkretisierungen hinsichtlich der Darlegungs – und Beweislast bei der unbewussten Aufnahme von Betäubungsmitteln festgelegt. Demnach könne ein des Drogenkonsums Beschuldigter die nachgewiesenen Wirkstoffe nicht einfach auf eine unvorsätzliche Einnahme „schieben“, sondern eine solche müsste von ihm ausgiebig nachgewiesen worden sein. Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im […]

Selbstgefährdung durch Liquid Ecstasy: Party-Gastgeber verurteilt wegen Totschlags

Die Richter aus Karlsruhe haben im Sommer 2015 entschieden, dass auch derjenige, welcher eine Flasche Gammabutyrolacton (GBL) frei zugänglich in der Wohnung stehen lässt, dafür Sorge tragen muss, dass niemand durch den Zugang zu dieser Droge verstirbt. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Nachdem sich mehrere Personen in der Wohnung des Angeklagten zu einer Party […]

Inlineskates und Alkohol – keine strafbare Trunkenheitsfahrt möglich!

Das Landgericht Landshut hatte im Jahre 2016 darüber zu entscheiden, ob die sogenannte „Inline-Skates“ ein taugliches Tatobjekt im Sinne der Trunkenheitsfahrt nach § 316 StGB darstellen. Die Richter kamen zu dem Entschluss, dass solche Mobilitätshilfen nicht dem Fahrzeugbegriff des § 316 StGB entsprechen und demnach die Begehung einer Trunkenheitsfahrt durch das Fahren von Inline-Skates unter […]

MPU: Anspruch auf Übernahme der Kosten bei unzureichenden finanziellen Mitteln?

Der Verwaltungsgerichtshof München hat in seinem Beschluss vom 12.03.2019 festgelegt, dass eine Fahrerlaubnisentziehung auch dann rechtmäßig ist, falls der Verkehrsteilnehmer einer Auflage bezüglich der Aufforderung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens nicht nachkommt, da er keine ausreichenden finanziellen Mittel besitzt. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Aufgrund einer Drogenfahrt wurde einem Autofahrer im Frühjahr 2018 angedroht, ihm die […]

Promillegrenze bei E-Bikes: Es gilt die Promillegrenze für Radfahrer oder Kraftfahrer?

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat sich am 14.07.2020 mit der Frage auseinandersetzen müssen, inwiefern die nunmehr weit etablierten E-Bikes (Pedelecs) im verkehrsstrafrechtlichen Sinne zu kategorisieren sind. Obwohl es sich seitens der Richter um eine Mischung zwischen einem Fahrrad und einem „Mofa“ handelt, welches als Kraftfahrzeug gilt und den Promille-Grenzen der Kraftfahrzeuge unterworfen ist, so soll die […]

Aufbauseminar der Führerscheinbehörde: angreifbare Ermessensentscheidung?

Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Betroffene befindet sich in ihrer Probezeit und hatte eigenhändig einen Verkehrsunfall verursacht, indem Sie mit nicht angepasster Geschwindigkeit bei regennasser Fahrbahn die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlor und von der Fahrbahn abkam. Diesbezüglich wurde eine Geldbuße von 145 Euro verhängt. Aufgrund des Unfalls hat die Verwaltungsbehörde als weitere […]

Fahrverbot 2 Jahre nach der Tat – meist unzulässig!

Die Richter des OLG Hamm haben in ihrem Beschluss vom 08.11.2016 festgestellt, dass eine Fahrverbotsverhängung für den Täter nur in einem noch vertretbaren Zeitfenster in Frage kommt. Die Auferlegung einer solchen Nebenstrafe zwei Jahre nach der Tat könne nur durch besondere Umstände begründet werden. Dem Fall liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beklagte hat im Jahr […]